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Sonntag, 5. Juni 2016

Wollige Geschichte 2. Teil

Als ich im Juni letzten Jahres vom Züchter unserer Merinomädchen ein Telefon und die Offerte einer Merinoschurernte bekam,

 

war ich kurzerhand überfordert. Ich gab ihm jedoch die Telefonnummer meiner Wollfreundin und sie war begeistert. Als schlussendlich die Menge von rund 200 kg bekannt war, war auch sie ein bisschen überwältigt. Als sie mich mit dieser Neuigkeit anrief, entschloss ich mich kurzerhand und ohne weiter zu studieren, dass wir da gemeinsam etwas anreissen könnten. 
Ganz nach dem Motto halbe Kosten, halbes Risiko.


Wir holten also die Wolle ab, liessen sie waschen, kardieren und verspinnen. Meine Freundin wollte ihren Teil zu Stoff verarbeiten lassen. Das Stöffchen ist immer noch nicht aus der Weberei entschlüpft.
Ja und da sitze ich nun als Kleinstunternehmerin , färbe Wolle und versuche diese zu vermarkten. Ein spannendes Neuland haben wir da betreten. 


Wichtig ist uns, dass wir die Möglickeiten der regionalen Wolle nutzen. Warum Wolle vom anderen Ende der Welt importieren, wenn bei uns der hochwertige und immer wieder nachwachsende Rohstoff auf kleineren Betrieben als Abfallprodukt gilt und die grösseren Züchter kaum etwas für ihre Arbeit bekommen, effektiv kaum die Schurkosten damit decken können. Zudem werden Unmengen von ungewaschener Wolle aus der Region nach China exportiert.

Solche Kreisläufe im Kleinen zu unterbrechen ist unsere Absicht. 
Ein hochspannendes Unternehmen, das zudem Freude macht!

Mittwoch, 3. Februar 2016

Wollige Geschichte 1. Teil

Als ich vor rund einem Jahr mit fünf Frauen in unserem Departement ein kleines Kollektiv zur Wertschätzung der eigenen und der regionalen Wolle gründete, hätte ich nicht in den kühnsten Träumen daran gedacht, was für eine wollige Geschichte sich daraus entwickeln würde.
Voraus ging, dass ich im September 2013 bei Rita in ihrer Spinnwebstube das Spinnen erlernte, zu meinen Milchschafen noch zwei Merinoschafe



kaufte und im November 2013 mit meiner Wollfreundin einen Filzkurs besuchte !
Davor war mein Schwerpunkt im Leben auf dem Bauernhof vor allem meinen Milchschafen und der Milchverarbeitung gewidmet! Die Geburten der Lämmer findet meistens in der ersten Märzhälfte statt und dann sind die Kleinen bis mindestens Mitte Mai mit ihren Müttern unterwegs. Danach eröffne ich meine Käserei in der Küche. Ich produziere vor allem für unseren persönlichen Bedarf. Wer gerne schauen möchte, was aus Schafmilch alles entstehen kann, kann auf meinem alten Smilla-Blog unter Schafmilchprodukte gerne mehrere Bilder anschauen.



Aber jetzt wieder zurück zur Wolle. Seit einem Jahr treffe ich mich nun regelmässig einmal im Monat mit meinen unterdessen zu FREUndinnen gewordenen Wollkollektiv-Frauen. Da die Initiantin der Idee schon jahrelang filzt und eben auch Kurse gab, filzen wir nun gemeinsam und tauschen Ideen und Kniffe aus. Ich bin zwar immer noch nicht wirklich zur Vollfilzerin mutiert, aber die Gesellschaft mit den Frauen ist wunderbar und bereichernd ! Letztes Jahr haben wir auf einem Schafbocks- und an einem Kreativmarkt gezeigt, wie man kardet, spinnt, strickt und filzt ! ...und unser Stand war sehr gut besucht !




Dazu kamen spannende Begegnungen, unter anderem auch mit den Wanderschäfern an den Loireufern. Überall das selbe Lied : Die Schafzüchter freuen sich an unserer Initiative und wären nur zu gerne bereit uns die Wolle abzugeben.  .... aber dazu .... folgt eine Fortsetzung!